Blutprobe

Die hier abgegebene Blutprobe ist nicht immer aus Herzblut. Manchmal ist es auch nur ein wenig Blut aus einem Pieks am Finger. Oder von einem Schnitt. Aber immer stammt es aus meinem Inneren und ist durch meine Adern geströmt, bevor es hier landete.

Oder um es ganz unverschwurbelt auszudrücken: Hier stelle ich immer mal wieder einen Text von mir ein.

 

Diesen Text habe ich mal für „Die Nacht der schlechten Texte“ geschrieben. Er wurde nicht genommen, worüber ich immer noch schmolle, denn ich habe mir wirklich Mühe gegeben mit dem schlecht Schreiben.

Lebwohl, mein Liebling

„Verdammt“, sagte Marlon Philipp fluchend und drückte den halb gerauchten Filter im übergequollenen Aschenbecher aus. Obwohl er grundsätzlich nur selbst gedrehte Zigaretten rauchte, hatte er auf eine geschenkte Packung Filterfluppen zurückgreifen müssen, als sein Tabak zur Neige gegangen. Er musste sich erst wieder daran gewöhnen, dass er zwei Zentimeter Rauchlänge verschenken musste.
Marlon Philipp saß in seinem schäbigem Büro im Scherbenviertel der Stadt und hatte die Füße auf dem Schreibtisch liegen, neben dem Aschenbecher. Der wie gesagt sehr voll war und schon längst mal hätte geleert werden müssen. Aber seine Putzfrau kam ja nicht mehr. Marlon Philipp hatte sie seit drei Monaten nicht bezahlt. Weil er kein Geld hatte. Deshalb musste er ja auch die geschenkten Zigaretten rauchen.
Außer dem Aschenbecher und seinen Füßen, die übrigens in zerrissenen Chucks steckten, war sonst auf dem Schreibtisch nicht viel. Ein Telefon, ein Kugelschreiber mit Sparkassenwerbung, ein zerfledderter Roman von Raymond Chandler und sonst nichts. Keine Aufträge jedenfalls. Wenn Marlon sie nicht immer sofort wegwerfen würde, wären da auch noch ein großer Stapel unbezahlter Rechnungen, aber er schmiss sie immer sofort in den Papierkorb. Der übrigens auch übergequollen war und schon längst mal hätte geleert werden müssen. Aber die Putzfrau kam ja nicht mehr.
Sonst war in dem Büro auch nicht viel. Der Stuhl, auf dem Marlon saß, ein wackeliger Stuhl vor dem Schreibtisch, falls doch mal ein Klient kommt, ein dreckiges Fenster, eine Tür mit oben Glas, auf dem stand „Marlon Philipp, Privatdetektiv“. In Spiegelschrift, damit man es von außen lesen konnte.
Als die Tür aufging, erschreckte Marlon sich richtig. Das war noch nie passiert, außer als seine Putzfrau kam, um ihm zu sagen, dass sie nicht mehr putzen kam, weil er sie drei Monate nicht bezahlt hatte. Also eigentlich noch nie.
Jetzt kam aber nicht seine Putzfrau und als Marlon das sah, erschreckte sich noch mehr. In der Tür stand ein Wahnsinnsgeschoss von Frau. Sie war mindestens zweieinhalb Meter groß, hatte Beine bis zum Hals und ihr wallendes rotes Haar wallte in roten Locken bis zur Hüfte runter. Sie hatte grüne, katzenartige Augen und ein Kleid an. Das so eng war, dass sie auch gar nichts hätte anhaben können.

Natürlich ist der Text hier noch nicht zuende, es wird noch voll doll spannend. Fortsetzung folgt. Vielleicht.

 

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